19sr 19 20190509 1528179108 YCRM 350px„Ist der Mai kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun‘ und Fass“ – diese Bauernregel trat auch tatsächlich für unsere „Schängel-Regatta“ in Kraft, so dass insbesondere am Samstag das Segeln eine Herausforderung für die 12 DYAS Crews war, darunter erfreulicherweise drei auswärtige vom Bostalsee.

Das 13. gemeldete Boot ging leider nicht an den Start, da die Steuerfrau und Clubkameradin Lisa Küppers beim Aufriggen Shorty und mir mitteilte: „Mein Vorschoter hat mir mangels wetterfester Kleidung abgesagt und eigentlich bin auch ich gesundheitlich nicht ganz fit.“ Nee ne? Da musste Shorty seinen Charme spielen lassen. Mit Erfolg, denn sie ließ sich dann doch noch dazu überreden, für diesen Tag auf „Kermit 1“ bei Rainer Grebel einzuspringen, der keinen Vorschoter anheuern konnte. Hingegen war es Rolf Weber gelungen, für jeden Wettfahrttag seine Vorschot aus verschiedenen Vereinen besetzen zu können, nicht ahnend auch noch passend zu den Windbedingungen.

Der eigens aus Trier angereiste Wettfahrtleiter Martin Hammen und seine kompetente Assistentin Birgit Winkel vom YCRM zogen zunächst einmal den geringelten Strumpf am Flaggenmast hoch. Die ca. einstündige Startverschiebung durften wir, aufgerödelt mit allem was so des Seglers Kleiderschrank hergab, an Land verbringen. Gegen 14 Uhr setzte sich dann der vermeintlich konstantere Wind durch und endlich ging es los, auch mit Petrus Wetterkapriolen. Von diesen war Jaqueline Luy, seit drei Jahren mal wieder an der Vorschot auf „Mogli“, besonders „entzückt“. Da sich die Sicherungsfeder an ihrer Trapezhose verabschiedet hatte, traute sie sich kaum ins Trapez. Als dann auch noch die schwarze Wand mit Regen und den angesagten Starkwindboen das DYAS Feld unter Spi erwischte, legte es „Mogli“ fast aufs Brot. Michal konnte den Spi nicht bergen, weil sich der Spibaum nicht wegnehmen ließ. Letztendlich schafften die beiden es doch noch, eine Kenterung zu vermeiden. Glückselig gingen sie als Fünfter über die Ziellinie, auch wenn eigentlich damit der Bericht fällig gewesen wäre.

Nach dieser ersten Wettfahrt, die als Sieger Vater und Sohn Monreal für sich verbuchen konnten, legte der Wettfahrtleiter erst mal eine Pause für die Segler ein, denn nach Durchzug der Wand pausierte ebenfalls der Wind. Die meisten von ihnen versammelten sich dicht gedrängt auf der Clubtreppe zwecks Flüssigkeitsaufnahme mit erstem Erlebnisaustausch, den Martin Hammen grinsend kommentierte: „Na, ich hab‘ euch doch schon in der ersten Wettfahrt wettermäßig alles geboten – Kälte mit 2 bis 6 Bft. sowie Regen bis Graupelschauer!“ Keiner widersprach!
Als währenddessen die nächste angekündigte Wand aufzog, waren sich alle einig, diese doch lieber an Land abzuwettern. Eine weise Entscheidung, denn danach herrschte mal wieder ziemliche Flaute, so dass schließlich Martin am Flaggenmast N über A hisste. Keiner beschwerte sich! So konnten alle in Ruhe ihr Boot in die Box verholen, die Segel streichen und sich selbst aus der klammen Bekleidung pellen, um gemeinsam im Clubhaus zum gemütlichen Regattateil mit Segleressen des neuen Clubgastronomen überzugehen.

Sonntag – fast wie geplant pünktlicher Start zur zweiten Wettfahrt mit zwei weiteren, zügig darauf folgenden Läufen, so dass im Zeitrahmen insgesamt, wenn auch ohne Streicher, vier Wettfahrten durchgezogen werden konnten. An diesem Tag hatte Petrus, zur Freude der weiblichen Teilnehmer, kommoderes Wetter im Gepäck: weniger frostige Temperaturen mit längeren Sonnenabschnitten, kaum Regenschauer und leichter Wind um die 2 Bft. Dennoch wurde das Damenteam, Stephanie Motsch und Jutta Ferry vom Bostalsee, vom Pech verfolgt. Auf Kurs zum Ziel knutschte ihre „Firebird“ in Ufernähe mit Kiel und Ruder heftig einen Steinbrocken. In Folge ließ sich die Pinne nur schwergängig bewegen. Obwohl nicht mehr weit bis zum Ziel entschied Steffi aufzugeben, um die Behinderung von Mitstreitern zu vermeiden, und konnte mit Hilfe eines Sicherungsbootes zum Kran gelangen. Mal wieder ein Fall für „Dr. Shorty“. Nach Schadensbutachtung leistete er „Erste Hilfe“ und richtete zunächst einmal das Ruder. Für die anderen Blessuren musste sich „Firebird“ in stationäre Behandlung begeben.

Gegen 15.30 Uhr erfolgte auf der sonnenbeschienenen Clubterrasse die Preisverteilung mit u.a. von unserem Haus- und Hofkonditor Michael Luy sen. gefertigten „Koblenz-Schokotellern“ für die 3 Bostaler Teams. Mit zwei weiteren wurde Rolf Webers Vorschoterin Ingvield Borrek vom Nachbarverein PSV sowie Rainer Grebel geehrt, der mit „Kermit 1“ die letzten drei Wettfahrten Einhand bestritten hatte. Michael Weber und Jens Pils durften als Gesamtsieger die erstmalig vergebenene Wanderpreisfigur „Dat Schängelche“ (Koblenzer Wahrzeichen und Namensgeber der Regatta) auf dem imaginären Siegertreppchen entgegennehmen, auf das ihnen wir Shorties sowie Jacqueline und Michael Luy folgten.

So zum Abschluss kommt mir spontan der Satz eines früheren Vorsitzenden des YCRM in den Sinn: „Da ham wir die Rejatta doch mal widder jut üwer die Bühne jebracht!“

Sylvia Leicher