1 DYAS IDM 2019pBeim YCAT am Tegernsee | 25. – 30.08.2019

Impressionen des Landpersonals

Um die IDM schon im Vorfeld entspannt zu erleben, hatten Jens und ich sowie sein Vorschoter Peter Schaffranek mit seiner Frau Monika beschlossen, bereits donnerstags vor dem Meisterschaftswochenende an den Tegernsee zu reisen. Getrennt voneinander waren wir gegen Mittag mit Sonne und sommerlichen Temperaturen in Koblenz gestartet, jedoch änderte sich zu unserem Verdruss bereits im Münchener Raum das Wetter. Der Himmel bewölkte sich zunehmend und der Tegernsee empfing uns buchstäblich mit „Sommerfrische“.

Als wir mit dem Gespann auf dem Gelände des YCaT angelandet und auch Schaffraneks hier eingetroffen waren, die den laut Plan vorgesehenen Wohnistellplatz zuvor aufgesucht hatten, wurden wir von Gaby Appel begrüßt und eingewiesen. Für die Sponsoren, zu denen auch Shorty gehöre, sei der Pausenhof des gegenüberliegenden Gymnasiums vorgesehen. Deshalb sollten wir uns dort am Rande der Wiese so platzieren, dass, unter Beachtung der Gemeindevorschriften hinsichtlich Feuerwehrzuwegung, noch Norbert Schmidt und Ralf Ostertag mit seinem Hyperteil von 10 m in die Reihe passen würden. Theoretisch nicht so einfach, musste später auch zweimal noch korrigiert werden, aber gesagt – getan! Nachdem wir auch „Kermit“ noch aufgeriggt hatten, konnten wir entspannt mit den Neuankömmlingen Conny und Micha sowie Torners und Schröders einen Begrüßungsschluck zu uns nehmen. Gemeinsam ließen wir den Abend mit „bayerischen Schmankerln“ im nahe gelegenen Brauhaus ausklingen. Ein adäquater Auftakt zur bevorstehenden Meisterschaft!

Die folgenden drei Tage waren durch die Ankunft der gesamt 28 teilnehmenden Crews durch große Betriebsamkeit auf dem und um das Vereinsgelände herum geprägt. Ich habe noch Gaby Appel lebhaft vor Augen, wie sie wie ein Hirtenhund geschäftig durch die Gegend wuselte, um alle ihre Regattaschäfchen einzufangen und mit Infos zu versorgen sowie Absprachen mit dem Helferstab zu treffen. Manfred und Sohn Maximilian, nicht nur gleichermaßen engagiert, sondern auch ebenso Regattateilnehmer, fanden erst am Sonntagnachmittag die Zeit, vor der abendlichen Meisterschaftseröffnung ihre DYAS von Bad Wiesee in den YCaT zu überführen. Welch ein Pech für die beiden, denn für diese Aktion ließ es Petrus ordentlich krachen und öffnete gewaltig die Himmelsschleusen. Während sich alles, was Beine hatte, ins Trockene in den Räumen der Clubgastronomie, unter den Terrassenmarkisen und ins Festzelt gerettet hatte, parkten schließlich die beiden, auf den letzten Metern paddelnderweise, auf ihrem Liegeplatz ein. Mit den Paddeln bewaffnet marschierte dann ein triefendnasser Manfred durch den strömenden Regen am Terrassenpublikum vorbei zur Trockenlegung.

Pünktlich zur Meisterschaftseröffnung war der Wetterkapriolenspuk vorbei. In nun bayerische Tracht gehüllt trat Manfred auf die Bühne und hielt eine wortgewandte und auch zum Schmunzeln auffordernde Eröffnungsrede. In deren Anschluss ließ der Clubwirt ein tolles Menue servieren. Für die musikalische Untermalung sorgte ein bayerisches Trio, das mit seinem abwechslungsreichen Repertoire nach dem Dessert einige Seglerpaare zu Tanzeinlagen motivierte. Die zunehmend kühle Abendluft hielten wir dennoch eisern mit anderen Unermüdlichen bis nach Mitternacht zu Klönschnacks auf der Terrasse aus.

Montag – nach der Steuermannsbesprechung am Mittag begaben sich alle Teams zu den ersten beiden Wettfahrten bei annehmbaren Windverhältnissen auf die Piste. Derweil stand Annekathrin Olbrysch mit Sohn Matti für den ersten Damenprogrammpunkt bereit. Sie erfüllte meinen lang gehegten Wunsch: Besichtigung der Bavaria Filmstudios, wo ich mit den beiden sowie in Begleitung von Monika und Christiane (Frau von Thomas Eckhardt) u.a. im U 96 „untertauchen“ durfte. Als wir nach einem erlebnisreichen Nachmittag wieder im YCaT auftauchten, waren auch unsere angetrauten „Helden“ bereits angelandet. Na ja, so ganz zufrieden sahen Shorty und Peter nicht aus, auch wenn „Kermit“ vom 16. dann auf den 7. Platz gejumpt war. Dafür hatten Manfred und Maximilian Appel im ersten Lauf die Nase vorn, wurden aber im darauffolgenden von Michael Schmohl/Ralph Ostertag an der Spitze abgelöst, während Jens Olbrysch/Norbert Schmidt kontinuierlich den 2. Platz bestritten.

Nach dem gemeinsamen Abendessen winkte trotz der etwas sommerlicheren Temperaturen der Bettzipfel früher als sonst, denn Wettfahrtleiter Manfred Joppich setzte für den nächsten Tag auf den frühmorgendlichen Südwind.
Das hieß für unsere Männer: aufstehen vor dem Hahnenschrei und schnell noch ein kleines Frühstück einwerfen. Auch wenn ich dies schon von der Silber DYAS her kenne und es ein Erlebnis ist, in den Sonnenaufgang zu segeln, genoss ich es, als Landpersonal in den Federn liegen bleiben zu dürfen. Nach gemütlichem „Mädelsfrühstück“ vor dem Wohni mit Blick auf den See konnten wir dann „Kermit“ am Steg zum Rapport in Empfang nehmen. Demnach war die erste Wettfahrt super, jedoch die darauffolgende wohl eher ätzend. So mussten die Gemüter erst mal mit Weißwürstel und Brezen beruhigt werden. Während die Segler dann auf Wind für den Nachmittag warteten, machten sich Moni, Christiane und ich, dieses Mal mit Ursula (Frau von Bernd Gierlich) als „Chauffeuse“ auf den Weg zum Schliersee. Auf unserer recht späten Heimfahrt von der Erkundung des Freilichtmuseums mit Badeeinlage und Kaffeeklatsch im Seehotel entdeckten wir auf dem nördlichen Teil des Tegernsees das Regattafeld. Nee nä, unsere Männer segelten ja noch! Also noch Zeit für einen „Aperol Spritz“ vor unseren Wohnis, von wo aus wir die Heimkehrer bemerken würden. Der Genuss des Getränkes fand jäh sein Ende, als Peter auf dem Wasser brüllte: „Duuurst!!“ Das Landpersonal eilte umgehend mit Hopfenkaltschale zum Steg, um die von zwei Läufen ausgedörrten Kehlen zu verarzten.

Am Mittwoch gelang es Manfred Joppich, die letzten beiden von gesamt acht Wettfahrten noch durchzuziehen und somit diese Meisterschaft in trockene Tücher zu packen. Wohlweislich hielt er die Ergebnisliste zurück, so dass es unter den Teilnehmern genügend Gesprächsstoff für Mutmaßungen gab. Zudem konnten diese am nächsten Tag die segelfreie Zeit auch mal für anderweitige Unternehmungen nutzen, um sich anschließend auf den Meisterschaftsabend vorzubereiten.

Die Pausen eines meisterhaften 5-Gänge-Menues füllten diverse Programmpunkte. So wurde Gaby Appel mit einem Geburtstagsständchen von allen überrascht; der Helferstab erhielt eine gebührende Anerkennung für seine hervorragende Organisation und jede DYAS Mannschaft konnte ausgesuchte Erinnerungspreise in Empfang nehmen sowie die ein oder andere Crew ein besonderen Wanderpreis. Den krönenden Abschluss bildete das Siegertreppchen, das als Drittplatzierte Manfred und Maximilian Appel besteigen durften, gefolgt auf Platz 2 von Jens Olbrysch und Norbert Schmidt. Obwohl punktgleich mit den beiden hatten Michael Schmohl und Ralph Ostertag es geschafft, den Meisterschaftstitel zu gewinnen. Dafür durften sie sogleich das obligatorische Seebad nehmen und auch die anderen beiden Teams kamen dieses Mal nicht ungeschoren davon. Na ja, immerhin hatte Petrus nach anfänglichem Schwächeln für Badewetter gesorgt. Schee woar’s – die Gaudi!

Gaudi hatten wir ebenso tags darauf mit Christiane und Thomas Eckhardt auf dem Wallberg. Nach einer beschaulichen Seilbahnfahrt oben angekommen genossen wir erst einmal den imposanten Ausblick auf den Tegernsee und den klaren Fernblick. Dann begutachteten wir die Restaurantterrasse der Bergstation mit Weitblick ins Hinterland. Und wer saß dort unerwartet? Andreas Romanowsky mit Sohn Alexander. Sie hatten bereits das Gipfelkreuz erklommen und vielleicht dabei auch Anregungen für ihren Bericht gewinnen können. Mit ihren Tipps für den Aufstieg machten wir uns auf den Weg dorthin. Welche Überraschung! Auf dem Wallberg musste wohl ein „Seglerhorst“ sein, denn wir holten auf dem noch anfänglich einfach zu begehenden Pfad Ursula und Bernd Gierlich ein. Gemeinsam ging’s weiter, jedoch wurde der Weg immer steiler und schroffer. Wir mussten regelrecht kraxeln – ich idealerweise mit Sandalen ausgerüstet - bis wir endlich schnaufenderweise das Ziel erreichten. Die Anstrengung hatte sich gelohnt! Beim Abstieg, den vornehmlich Thomas, Christiane und ich auf allen Vieren rückwärts auf den Steilstücken bewältigten, hielt dies unbemerkt Bernd fotografisch fest, womit er später noch für Gelächter sorgte.
Zum Abschluss der Bergtour ließen wir uns auf der noch sonnigen Restaurantterasse nieder. In diesem Moment erschienen zufällig Conny und Micha, um den „Seglerhorst“ zu erweitern. In Anbetracht der letzten Talfahrt ließen sie aber gerne das Gipfelkreuzerlebnis aus.

Am nächsten Morgen hängten wir recht früh „Kermit“, mittlerweile verwaist stehend auf dem noch für Boote abgesperrten Vorplatz, an den Hamsterhaken, um die Heimreise anzutreten. Wir blickten noch einmal über das Vereinsgelände und den See und waren uns einig: Es war eine schöne Meisterschaft, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Danke an alle, insbesondere an Familie Appel, für ihren Einsatz.


Sylvia Leicher