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Von Baustellen und Parkplätzen

Samstagmorgen um 10.00 Uhr traf ich mich mit Vorschoterin Nicole Mieding um das Schiff aufzubauen. Dabei zeigte ich ihr nochmal ein bisschen das Schiff da sie seit der letzten Mosel Dyas im Jahr zuvor, bei der sie bei mir auch als Vorschoterin gefahren ist, nicht mehr auf einer Dyas gesegelt ist. Nicole kommt aus der Europe Klasse und die ist ja bekanntlich ein Einhand- Boot. Also nix mit Fock und Spinnaker. Nicole ist im Vorjahr zum ersten mal Spi gefahren. Trainieren konnten wir vorher leider aus Zeitmangel nicht.

Also um 12.00 mit fertigem Boot an den Kran und einwassern, Segel hoch und vor dem Start bei wenig Wind aus SO noch 2-5 Wenden gefahren, Spi hoch und nochmal kurz erklärt wie das beim Spifahren alles so geht einschließlich bergen, mit Spischoten richtig führen, Spischleuder auslösen, zeitgleich darauf achten, dass wir nicht über den Spi fahren und am Ende des Manövers eben noch die Leinen klarieren. Leichte Hektik im Vorschiff mit fragendem Blicken.

 

12.55 Uhr
erstes Ankündigungssignal
12.56 Uhr
Blauer Peter
die Anspannung steigt
12.59 Uhr
letzte Minute
Wind dreht wie immer bei dieser Richtung
13.00 Uhr
Start und natürlich kurz danach ein starker Linksdreher, was eine schnelle Wende auf Steuerbordbug zur Folge hatte. Bei Nicole kam erster Stress mit der Fockschot auf. Sie kämpfte mit viel Elan bei den nächsten Wenden weiter. Es fehlte der richtige Ablauf der Wende den ich bei den nächsten Wenden versuchte zu erläuterten.

Luvtonne
Tonne gerundet, Spi hoch und dann ging der Stresspegel bei uns Beiden hoch!
Bei mir, da ich versuchte Nicole zu erklären wann der Spi nach Luv oder mehr nach Lee gezogen werden soll. Natürlich drehte der Wind im Augenblick meiner Ansage zurück was zur Folge hatte, dass Nicole hektischer wurde.
Hut ab vor ihr, es ist für einen ungeübten Vorschoter sehr schwer bei stark wechselnden Winden von achterlich auf Halbwind und zurück, einen Spinnaker zum stehen zu bringen bzw. den Spi auf Zug zu halten.

Leefass
Kommt natürlich näher, nochmal den Ablauf erklärt und dann runter mit dem Ding. Gut gerundet und ab auf die nächste Kreuz. Die Wenden werden besser, aber Nicols Ablauf hat noch zu viele Handgriffe was sie in Hektik versetzt.

20181013 144303 ycrm2. Luvtonne
Wie in der ersten Runde, jetzt kam mehr Hektik auf, nach Luv, das andere Luv, Nicole hatte einen harten Kampf mit dem drehendem Wind und meinen nervigen oder zu späten Ansagen. Als Steuermann ist schwer in diesen Situationen ruhig zu bleiben da die Konkurrenz näher kommt und man erwartet, dass das Boot schnell fährt.

Leetonne
Nicole ist auf dieser Vorwind gut klar gekommen, Spi runter an Platz 3 oder 4 liegend und ab auf die Zielkreuz.
Zwei Kreuzschläge von mir versemmelt, als 5. im Ziel. Toll, Bericht schreiben, na denn auf ins nächste Gefecht.

Pause
Durchatmen, Essen, Trinken und die Manöver im ersten Lauf besprochen.

2. Lauf
Beim Start schlecht weg gekommen, Nicole kämpft weiter mit der Fock bei den Wenden, sie möchte unbedingt alles gut machen und setzt sich damit selbst kräftig unter Druck. Der Wind wird immer wechselhafter. Auf dem Vorwindkurs wird aus links ziehen wieder das andere links usw. Es sind schlicht und ergreifend zu viele Einflüsse und Eindrücke die jeden ungeübten Vorschoter einfach überfordern. Der Kopf macht zu und bei der Gelegenheit stellte ich dann fest, dass unser Unterwasserschiff glatter als die Spitrompete ist.
Irgendwie ins Ziel und dann erst mal den Spi klarieren und das Schiff aufräumen. Zehnter, Stimmung so lala.

3. Lauf
ist eine Wiederholung des ersten Laufs mit dem Unterschied, dass unsere Platzierung sich wieder auf Rang 5 verbesserte.
Meine Vorschoterin kämpft mit vollem Elan weiter. Super!!

IMG 6474 YCRM 300pxLetzter Lauf des Tages
Dieser Lauf wurde spät gestartet und die Windverhältnisse damit immer schwieriger. Leider hatten wir dann noch das Glück in der zweiten Runde nach kurz nach dem Leetonne ein Grundstück zu finden was mir noch einen speziellen Extrapreis einbrachte. Bei dem ganzen Chaos mit Wind weg oder starker Winddrehungen ist die Wettfahrtleitung auch etwas durch den Wind gewesen und versuchte am letzten Leefass mit Flagge S zu werten, aber es hupte niemand oder wertete in irgendeiner Form die Boote. Alle Boote fuhren leicht verwirrt weiter. Nachdem 2 oder 3 Boote durchs Ziel waren wurde die Wettfahrt plötzlich abgeschossen. Fragezeichen in vielen Gesichtern.

Geschafft!!
Wortwörtlich waren wir das Beide. Also erst einmal zu Schmalzbrot und Freibier und am Abend dann Rindersauerbraten mit Klößen. Sehr lecker.
Beim Gespräch mit dem Wettfahrtleiter-Ehepaar vom Postsportverein stellte sich heraus, dass die Kommunikation mit der Wassercrew bei dem Bahnabkürzungsversuch nicht richtig funktioniert hatte und sie aus Gründen der Fairness die Wettfahrt abgebrochen hatten.
Es war ein schöner geselliger Abend.

Start nächster Tag um 14.00 Uhr.
Wir fuhren gegen 12.00 Uhr raus mit Nicole an der Pinne. Wir übten Wenden bei denen ich ihr zeigte und erklärte wie ich als Vorschoter die Wende ausführe. Danach übernahm sie wieder ihren Vorschotplatz und wir übten noch einige Wenden und danach noch einige Spihalsen.

Start letzte Wettfahrt
Die Langstrecke stand an, Luvfass kurz vor der Gülser Brücke und Leefass am Postsportverein.
Die Wenden waren jetzt wesentlich ruhiger und klappten richtig gut. Am Luvfass kamen wir als 4ter an, glücklicherweise drehte der Wind auf konstanten Südwest so dass Nicole entspannt den Spi fahren konnte ohne hektisches ziehen und zerren wie am Vortag. In diesem Lauf wurden wir 6.
Schiff auskranen, Mast legen und Boot verpacken.

DSCF2504 YCRM 300pxSiegerehrung
Gewonnen haben Sylvie und Jens Leicher vor Sigrid und Dieter Lüth, als dritter Christoph Dauber mit Jörg Stransky an der Vorschot.
Nicole und ich wurden gesamt 7.
Die Parkuhr gab es dann auch noch als Sonderpreis für meinen plötzlichen Grundstücksfund.
Lieben Dank an Nicole, die immer vollen Einsatz gezeigt hat obwohl ich sie einige Male (ungerecht) angeraunzt habe.(Sorry)
Den größten Dank bekommt aber Michael Luy sen. von mir für seine kunstvolle und leckere Meistertorte 2018!
Lieben herzlichen Dank Michael
Sehen uns im neuen Jahr auf der Regattapiste
Gruß
Norbert Schmidt
GER 1366

 

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