04 Schämgel 2018 YCRM 300pxEigentlich hätten wir für den 1. Start zu unserer Moselregatta gute Voraussetzungen gehabt:

Sonne – hochsommerliche Temperaturen – brauchbarer Wind und ein Dyas-Feld mit 14 Crews.
Doch heftige Unwetter zwei Tage zuvor im Hunsrück und in der Eifel hatten zum Ansteigen
der Pegelstände der Obermosel geführt, so dass wir nun in Koblenz eine ungewöhnliche Strömung von 3 km hatten. Ergo: Ratlose Gesichter an Land. Wie sollten nach Einkranen der Boote diese erstmal an die Steganlage verholt werden?


Horst Rudorffer probierte zu diesem Zwecke seinen neuen E-Motor aus und schaffte dies, wie er feststellen musste, nur mit Müh‘ und Not. Und da wir zudem für einen Startversuch bei diesen Bedingungen mit Motorbootbegleitung unterbesetzt waren, wollte die Regattaleitung, für alle Segler verständlich, kein Risiko eingehen. So war vorerst Abwarten angesagt mit alternativen Beschäftigungen zum Zeitvertreib an Land:

  • Fachsimpeln
  • Umbauarbeiten an der von Stephanie Motsch (Bostalsee) kürzlich erworbenen Herwig-Dyas
  • Klönschnack im Schatten an der Nussbaumwiese
  • Michael Luy lädt die Segler zum Kaffeeklatsch unterm Zelt ein

  • Relaxen mit einem Gläschen Freibier in geselliger Runde z.B. auf einer aufgeriggten Dyas auf dem Trailer an Land

02 Schängel 2018 YCRM 300pxFachsimpeln03 Schängel 2018 YCRM 300px05 Schängel 2018 YCRM 300px

 

 

Für den kleinen Hunger zwischendurch fuhren die einen per Begleitboot zur Pommesbude im benachbarten Stadtteil, während die anderen zum Griechen auf die andere Moselseite spazierten. Und da die Mosel unaufhörlich weiterströmte, wurde die Zeit bis zum regulären Regattaessen im Clubhaus mit einem Fass Freibier überbrückt, in der Hoffnung auf bessere Segelbedingungen am nächsten Tag.
06 Schängel 2018 YCRM 300pxLeider ein Irrtum – die Strömung hatte zwar etwas nachgelassen, dafür aber auch die Puste von Petrus. Bevor letztlich alle Teilnehmer unverrichteter Dinge ihre Boote wieder abriggen mussten, wurden sie von Sportwart Heinz Bock zur obligatorischen Preisverteilung auf die Clubterrasse gerufen. Hier ehrte er jeden mit einem Handtuch „zum Abtrocknen der Tränen“. Zudem erhielten die beiden erstmalig zu unserer Regatta angereisten Crews, Stephanie Motsch mit Vorschoterin Jutta Ferry sowie Arndt Fingerhut mit Andreas Malcher, als Trost einen Schokosonderpreis von Michael Luy. Dieser hatte sich außerdem eine besondere Überraschung ausgedacht: Eine Schoko-Dyas mit der Segelnummer 5, die ausgelost wurde. Zur Erheiterung aller klärte er den glücklichen Gewinner Rolf Weber über den Sinn des Preises auf: „Du darfst jetzt den Bericht schreiben!“
Zum Abschied bemerkte unser Sportwart, dass erfreulicherweise die gute Laune der Segler nicht unter den widrigen Regattaverhältnisen gelitten hatte. Und kaum war der letzte von ihnen vom Gelände gefahren, drehte Petrus wie zum Hohn wieder den Windhahn auf.

Sylvia Leicher