Bericht des Jugendseglertreffen 2011 des Deutschen Segler-Verband


Alle 2 Jahre findet das Jugendseglertreffen des Deutschen Segler-Verband statt. Schon das letzte Mal im Jahre 2009 war ich dabei. Zum 19. Jugendseglertreffen wurden wir nach Bremen eingeladen. Mit „wir“ mein ich damit unseren Jugendsportwart Dirk Stiegele, unsere stellvertretende Jugendsprecherin Alina Mengen und mich,  den Jugendsprecher Paul Stiegele. Leider konnte Alina aus schulischen Gründen nicht mitkommen.


Freitag, 25.02
Wir hatten uns vorgenommen mit dem Zug nach Bremen zu reisen, dies aber bei den angekündigten Streiks dann doch lieber nicht gemacht. Stattdessen sind wir mit dem Auto gefahren. Am 25.02 begann unsere Reise. Nach 4:30 Stunden sind wir im Atlantic Hotel angekommen. Gerade noch rechtzeitig zum Treffen der Jugendsprecher.
-Treffen der Jugendsprecher
Um 19:00 Uhr trafen sich alle JugendsprecherInnen und diskutierten über verschiedene Themen

die uns spontan eingefallen sind. Moderiert wurde das Treffen von Fabian Bach. Wir sprachen über die Klischees des Segelns und wie man Freunde und Verwandte davon überzeugen kann, dass auch Segeln ein kraftintensiver Sport sein kann. Oft wurde die Möglichkeit genannt, ihnen Videos zu zeigen oder sie einmal selbst mit aufs Wasser zu nehmen, sodass sie sich selbst einen Eindruck verschaffen können. Weitere Themen waren die Verbreitung des Segelns. Ein Jugendsprecher sagte, er wäre der einzige Segler auf seiner Schule und auch anderen Jugendlichen ging es nicht anders. Lange haben wir über das Thema Zeit geredet. Wie Schüler den Sport mit der Schule vereinbaren können. Es gibt immer mehr Ganztagsschulen, bei denen nicht mehr genügend Zeit zum Segeln bleibt. Ein Lösungsvorschlag war, eine AG für die Schüler anzubieten was auch schon viele Vereine erfolgreich gemacht haben. Ein mir persönlich sehr wichtiges Thema war die finanzielle Unterstützung der Jugendlichen. Viele, so wie wir sie scherzhaft genannt haben, Straßenkinder, also die Kinder die nicht durch ihre Eltern zum Segeln kamen, werden erst einmal erschlagen von den ganzen Kosten, die auf sie zu kommen. Bei einer Umfrage hat sich gezeigt, dass mindestens 70 % der anwesenden Jugendlichen durch ihre Eltern zum Segeln kamen. Unser letztes Thema war: Was macht ihr im Winter? Den meisten war der Zugang einer Sporthalle möglich und sie treffen sich regelmäßig. Nach 2 Stunden war das Treffen beendet.

 


Samstag, 26.02
Um 07:00 Uhr klingelte der Wecker. Eine Stunde später frühstückten wir sehr lecker.
Um 09:30 Uhr begrüßte uns eine Jazz Schüler Band im Tagungssaal. Die Begrüßungsrede hielt Wolfgang Wagner. Weitere Grußworte wurden von Karen Buse (Staatsrätin beim Senator für Inneres und Sport), Ingo Weiss (1. Vorsitzender der Deutschen Sportjugend), Rolf Bähr (DSV-Präsident) und Jochen Nagel (Vorsitzender des Fachverband Segeln Bremen) gehalten. Anschließend wurden Sportler für ihre besonderen Leistungen geehrt. Victoria Jurczok und Josephine Bach wurden im 470er geehrt, Nadine Böhm und Monika Linder im 420er für den 2. Platz der Weltmeisterschaft. Maximilian Hibler segelte sich im Opti auf der Europameisterschaft nach ganz vorne. Maximilian Stein segelt Laser 4.7 und erreichte den 1. Paltz der Jugend-Europameisterschaft. Chiara Steinmüller wurde im Laser Radial geehrt. Ann Kristin Wedemeyer ebenfalls im Laser Radial. Constanze Stolz wurde für den 3. Platz bei den Olympischen Jugendspielen 2010 im Byte CII geehrt. Nachdem ein Foto der Beehrten gemacht wurde, verlieh Ingo Weiss zum Dank Wolfgang Wagner einen Diskus.
-1200 Tage Samstag
Nach einem leckeren Mittagessen hörten wir einen Ausführlichen, und sehr interessanten Vortrag von Sönke Roever über seine Weltumrundung mit seiner Frau. Er erzählte anhand von Bildern und Videos über die Karibik, die Südsee, das Tauchen, einen noch aktiven Vulkan und über einen 4,10m langen Kassenbon. Weitere Informationen zur Reise 1200 Tage Samstag auf http://www.ans-ende-der-welt.de/


-Arbeitskreise
Um 14:00 Uhr begaben wir uns in unseren Arbeitskreis. Wir haben uns für den AK „Medien in der Vereinsjugendarbeit“ entschlossen.
Fabian Bach und August Judel begrüßten uns mit einer Powerpoint-Präsentation. Wir diskutierten sehr über das Thema E-Mail. Macht ein Newsletter, bei dem die Inhaber der Email-Adresse selbst dafür zuständig sind die Daten aktuell zu halten mehr Sinn oder ist doch eine selbst verwaltete Mailingdatenbank vernünftiger? Eine klare Lösung dafür haben wir nicht gefunden, da es bei jedem Verwendungszweck anders ist, aber die Mehrheit verwaltet die Email-Adressen lieber selbst. Ein weiteres Anliegen zu dem wir unsere Meinung ausgetauscht haben war, wie wichtig heutzutage noch der Brief ist. Selbstverständlich war für alle das für sehr wichtige Themen wie z.B. eine Mitgliederversammlung eine schriftliche Einladung übermittelt via Brief angemessen ist. Im Laufe des Gespräches haben wir bemerkt, dass es immer drauf an kommt, was für eine Information der Verein verbreiten will. Wenn er eine Information für eine Jugendveranstaltung in Kürze kundtun will nutzt der Verein am besten Soziale Netzwerke wie Facebook und E-Mail um die Jugendlichen kurzfristig zu erreichen. Eine Einladung zur Mitgliederversammlung alleinig in Facebook zu posten wäre hingegen sehr unangebracht. Nach einer 20-minütigen Pause wurde uns gezeigt, was Facebook für Gefahren aufweist und wie man eine Fan Seite erstellt und verwaltet. Anschließend gab es Abendessen.
-Abendveranstaltung
Gegen 20.00 Uhr trafen wir uns in der Lobby und gingen ins Universum. Das Universum ist ein Center, in dem man wissenschaftliche Phänomene selbst an vielen Experimenten erleben kann. Mit allen Sinnen entdeckt man die Wissenschaft. Das Universum lag direkt neben dem Hotel so dass wir keinen weiten Fußweg hatten.
Nachdem wir alles ausprobiert hatten sind wir ins Hotel zurück gegangen in die extra für uns eingerichtete Disco.


Sonntag, 27.02.

Wie auch schon am Sonntag begann unser Tag mit einem sehr leckeren und umfangreichen Frühstück. Doch es ging schon sehr schnell mit der Arbeitssitzung los. Vorher noch schnell ein Foto der Rheinlandpfälzer gemacht und dann schnell auf die Plätze.
-Arbeitssitzung
Wolfgang Wagner eröffnet die Arbeitssitzung und berichtet über Meisterschaften, ein Austauschprogramm für 10 Jugendliche, die ISAF Jugendmeisterschaften und verschiedene Ordnungsvorschriften.
Der zweite Ordnungspunkt war die Feststellung der Stimmenzahl und der Beschlussfähigkeit. Es waren 460 Stimmen im Raum, wir hatten davon 9.
Diskussionen zum Bericht des Jugendobmannes gab es keine, so war der 3. Ordnungspunkt schnell abgearbeitet.
Anschließend wurde über die verschiedenen Arbeitskreise berichtet:

  • Segelvereine im Wandel: Ergebnisse waren das der Vorstand im Durchschnitt jünger werden sollte und man die verschiedenen Generationen vereinen sollte durch Clubveranstaltungen an denen jüngere und ältere Clubmitglieder teilnehmen. Außerdem fehlt die Generation von 20-30, da dort viele wenig Zeit haben. So sollte die Möglichkeit einer Junioren Bootsklasse gegeben sein
  • Integrationsmotor Segelverein: Alle aus dem Arbeitskreis haben schon einmal Erfahrungen mit Ausländern im Verein gemacht. Die Clubeinrichtungen sollten Behinderten gerecht sein und die Trainer sollten speziell ausgebildet sein um mit Behinderten umgehen zu können.
  • Offener Arbeitskreis: Der offene Arbeitskreis hatte kein bestimmtes Thema, man diskutierte über die Grenze zwischen Breitensport und Leistungssport. Die Grenze ist schwer zu ziehen da beides ineinander übergeht. Des Weiteren diskutierte man über die U-Wertung bei Meisterschaften (U14, U17). Alle finden die U-Kriterien gut. Am Ende hat man die Leute nach ihrer Meinung zum Jugendseglertreffen gefragt. Auch da gab es nur positive Rückmeldungen.

Der fünfte Punkt der Tagesordnung hieß „Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport“. Mona Küppers, Jugendobfrau aus Nordrhein-Westfalen stellte entsprechende Kampagnen vor. Sie ruft alle Vereine auf um Vorkehrungen zu treffen, damit Kinder und Jugendliche vor Übergriffen sexualisierter Gewalt geschützt sind.
Danach wurde im Rahmen des 9. Punktes der Jugendetat für 2012/2013 genehmigt und Wolfgang Wagner für 12 Jahre als Jugendobmann gedankt. Rolf Bähr bedankt sich ausdrücklich bei ihm und verleiht ihm die Goldene Ehrennadel des DSV. Der Vorsitzender der Optimisten Vereinigung schenkt ihm ein Optimisten-Model. Weitere Leute bedanken sich bei ihm und er bekam ein Bild geschenkt.
Anschließend wurde der neue Jugendobmann gewählt: Einstimmig wurde Timo Haß als neuer Jugendobmann erwählt.
Danach ging alles sehr schnell, dem Auschuss wurde überlassen den nächsten Ort für das Jugendseglertreffen zu bestimmen und es gab nichts mehr zu besprechen. Damit endete die Arbeitssitzung und so auch das Jugendseglertreffen 2011.
Wir fuhren darauf noch auf die BoatFIT und schauten dort kurz vorbei.

Spät am Abend kamen wir dann nach einem sehr schönen und interessanten Wochenende zu Hause an. Vielen Dank das wir die Möglichkeit hatten beim Jugendseglertreffen dabei zu sein.

Bilder gibt es hier in unserer Galerie!

Paul Stiegele