YCRM-Vorsitzender Alex von Essen
begrüßt die Gäste im Clubheim

In der BLICK aktuell ist ein Artikel von Hermann Hünerfeld über die Rheinwoche erschienen:

Koblenz. Seit nunmehr 95 Jahren treffen sich regelmäßig passionierte Segler aus allen Regionen Deutschlands und vielen Ländern Europas, um auf dem Rhein, einem besonders anspruchsvollen Strom, die längste und größte Regatta Europas auszutragen. Die Rheinwoche, die mittlerweile zu den wichtigsten Flussregatten Europas zählt, wird in jährlichem Wechsel von den rheinanliegenden Vereinen als Spitzenevent organisiert, die damit ein Zeichen für den Zusammenhalt entlang des Rheins setzen.

Als Dachorganisation präsentiert sich die „Regattagemeinschaft Rhein“, der bis zu 19 Clubs angehören, so auch der Yacht-Club Rhein-Mosel, der älteste Yacht-Club in Rheinland-Pfalz, der in diesem Jahr als Ausrichter fungiert. Bereits am Freitag, 2. Juni, fanden sich etwa 200 Teilnehmer mit insgesamt rund 100 Booten auf dem Club-Gelände es YCRM in Koblenz ein und wurden dort vom Vorsitzenden Alex von Essen auf das Herzlichste begrüßt.

Strecke wurde verkürzt

Im Lauf der Jahrzehnte hat sich so manches an der Rheinwoche geändert, so ist die Strecke kürzer geworden. Wurde in vergangenen Tagen noch von Koblenz bis Emmerich gesegelt, wird in diesem Jahr als Ziel Köln-Porz angefahren. Da durch den Ausbau des Stroms die Fließgeschwindigkeit enorm zugenommen hat und die Fahrrinne schmaler geworden ist, wirken sich diese Veränderungen erheblich auf den Segelsport und die Sportschifffahrt aus. Der Rhein ist die am dichtesten befahrene Wasserstraße der Welt. 

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Helge von der Linden (v. l.), 
der Vorsitzende der Regattagemeinschaft Rhein, 
Jan Kochen, und Christof Zander bei
der Einweisung der Regatta-Teilnehmer
auf der MS Eureka.

 

Täglich passieren rund 800 Berufsschiffe das Deutsche Eck. Wo einst beschaulich Schleppzüge auf dem Rhein unterwegs waren, fahren heute unter anderem Koppelverbände mit über 170 Meter Länge, die mit bis zu zwölf Kilometern gegen den Strom doppelt so schnell unterwegs sind wie früher. Dies sind alles Faktoren, die bei diesem Event berücksichtigt werden müssen.

Ausgeklügelte Organisation

Eine gut überlegte Logistik ging der Organisation voraus, da die Boote erst einmal nach Koblenz in den Jachthafen gebracht werden mussten. Danach mussten die Fahrzeuge, auf denen die Segelboote nach Koblenz kamen, nach Köln-Porz zum Ziel gefahren werden. Große Boote wurden im Wasserbauhafen an der Mosel gegenüber dem Deutschen Eck und die kleineren Boote und Jollen am YCRM festgemacht. Da bei solch einer großen Regatta auch für die Unterkunft gesorgt werden muss, war mit dem Passagierschiff MS Eureka einer holländischen Reederei ein Schiff als Begleiter vor Ort. Wer nicht auf seinem Boot übernachten wollte, übernachtete auf der Eureka, die für diese Zeit als Hotel diente. Mit dem sogenannten „Regatta-Heiligabend“ und der Begrüßung im YCRM wurden am Freitag die eingetroffenen Segler in Empfang genommen. Bevor die offizielle Eröffnung der Rheinwoche 2017 durch den Vorsitzenden der „Reattagemeinschaft Rhein“ Jan Kochen auf der MS Eureka vorgenommen wurde, mussten die Boote durch die „Schleuse Koblenz“ mit einer gemeinsamen Schleusung an die Moselmündung fahren. In der Steuermannsbesprechung wurden dann von Jan Kochen sämtliche Regularien bekannt gegeben. Da das Wetter am Anfang sehr freundlich, aber mit wenig Wind die Segler begrüßte, war man noch bester Stimmung, und so sollte dann auch gegen 13 Uhr der Start an der Moselmündung erfolgen.

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Den Zaungästen bot sich am Samstagvormittag
ein wunderschönes Bild 
mit den zahllosen
Segelbooten an der Moselmündung.

Den Besuchern am Deutschen Eck bot sich ein beschauliches Bild mit vielen Segelbooten, die teilweise wie kleine Nussschalen auf dem Wasser lagen. Je näher der Start rückte, umso mehr verdüsterte sich leider der Himmel, und in der Ferne zeigten sich die ersten grauen Gewitterwolken. Alle Boote waren bereits in Position, als das dreimalige Signal zum Abbruch wegen starkem aufkommenden Gewitter Richtung Neuwieder Becken kam. Daraufhin wurden die Boote im Schlepp nach Brohl, dem nächsten Zielort, gebracht.